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Karrierewege im Handwerk: Ergebnisse der Meister-Absolventinnenbefragung des FBH sind online


Karrierewege im Handwerk: Ergebnisse der Meister-Absolventinnenbefragung 2017

Mit der Absolventenstudie 2017 wird die im Jahr 2014 angestoßene systematische und breit angelegte Untersuchung zum Verbleib von Meistern nach dem Ablegen der Meisterprüfung fortgesetzt.

In der zweiten Befragungswelle konnte in Zusammenarbeit mit den sechs Handwerkskammern für Mittelfranken, für München und Oberbayern, Niederbayern-Oberpfalz, Schwaben, Ulm sowie Unterfranken ein Rücklauf von 1.028 Fragebögen aus 47 Gewerben der Anlagen A und B der Handwerksordnung (HwO) erzielt werden.

Die Auswertungen liefern unter Anderem Antworten auf folgende Fragen:

F: Welche Ziele und Motive sind bei der Entscheidung für die Meisterqualifizierung von Relevanz?
A: Auf die Entscheidung, einen Meisterbrief zu erwerben, wirken über alle Fälle hinweg insbesondere die Aufstiegschancen, ein höheres Einkommen sowie mehr Eigenständigkeit in den Entscheidungen aus Sicht der Absolventen handlungsleitend. Die Möglichkeit, einen Hochschulzugang zu erwerben, ist dahingehend am wenigsten entscheidungsrelevant.
In der differenzierten Betrachtung zwischen Selbstständigen und Angestellten zeigt sich, dass sich diejenigen Absolventen, die später auch den Weg in die Selbstähnlichkeit wagen, bewusst für die Meisterqualifizierung entscheiden. Anstelle von verbesserten Aufstiegschancen, die mit der Selbsttätigkeit realisiert werden, sowie des höheren Einkommens spielt hier insbesondere mehr Eigenständigkeit eine wichtige Rolle.

F: Welche Ziele konnten rückblickend über den Karriereweg "Meister*in im Handwerk" erreicht werden?
A: Die für die Entscheidung maßgeblichen Ziele können aus Sicht der Selbstständigen rückblickend erreicht werden. Für die vier wichtigsten Ziele werden auf einer Skala zwischen 0 und 5 Mittelwerte zwischen 4,00 und 4,65 erreicht. Aus Sicht von Angestellten kann mit der Meisterqualifizierung insbesondere die Fachlichkeit erhöht werden, sodass das eigenständige Bearbeiten von Aufgaben den höchsten Mittelwert mit 3,98 erreicht.

F: Über wie viel Berufserfahrung verfügen die Absolventen?
A: Die Möglichkeit, den Meister direkt im Anschluss an die Ausbildung zu erwerben, nutzen nur 1,8 % der Befragten (17 Personen). Das bedeutet wiederum, dass 98,2 % über mindestens ein Jahr Berufserfahrung verfügen, wobei der Durchschnitt bei 6,92 Jahren liegt.

F: Brauchen Meister Berufserfahrung?
A:Auf Grundlagen ihrer Erfahrungen seit dem Ablegen der Meisterprüfung empfehlen die Absolventen durchschnittlich eine Berufserfahrung von 3,67 Jahren. Nur 3,7 % (37 Personen) sind der Meinung, dass zwischen dem Ablegen der Gesellen- und Meisterprüfung berufliche Erfahrungen nicht wichtig sind.

F: Wie wird die Vorbereitung und Teilnahme an der Meisterprüfung finanziert?
A: Die Finanzierung der Meisterqualifizierung erfolgt durch das Meister-BAföG (70,0 %) sowie aus eigenen Ersparnissen (64,7 %). Am häufigsten erfolgt dabei eine Kombination der beiden Finanzierungsquellen (22,1 %), in 12,0 % der Fälle wird zusätzlich nebenbei gearbeitet.

F: Beteiligen sich Betriebe an der Finanzierung?
A: In 12,9 % der Fälle (129 Fälle) wurden die jungen Meister finanziell von ihren Betrieben unterstützt. In 33 Fällen kam der Anstoß zur Fortbildung auch aus dem Betrieb.

F: Wie viele Absolventen haben nach dem Ablegen der Meisterprüfung den Weg in die Selbstständigkeit eingeschlagen?
A: Nach dem Ablegen der Meisterprüfung haben sich 32,8 % der Absolventen selbstständig gemacht. In 23 Fällen wurde die Selbstständigkeit wieder aufgegeben.
Insgesamt sind zum Zeitpunkt der Befragung 69,6 % in einer Anstellung tätig (686 Personen), wovon in 21,9 % der Fälle der Weg in die Selbstständigkeit geplant ist.

F: Welche Kompetenzen sind im beruflichen Alltag besonders wichtig?
A: In der Zusammenfassung lässt sich sagen, dass für Selbstständige aufgrund der vielfältigen Anforderungen als Betriebsinhaber alle abgefragten (und damit dem aktuellen Kompetenzprofil In Meisterprüfungsordnung entsprechenden) Kompetenzen  wichtig sind. Insbesondere die Kompetenzen aus dem Teil III der Meisterprüfung werden hier jedoch häufiger im Arbeitsalltag gebraucht. Bei angestellten Meistern liegt dahingegen der Fokus mehr auf der Planung, Vorbereitung und Durchführung von handwerklichen Tätigkeiten, womit sich der Fokus auf die entsprechenden Kompetenzen erklären lässt.

Die Absolventenstudie wird im Jahr 2019 unter Beteiligung weiterer Handwerkskammern fortgeführt.

Rasch, K./ Rehbold, R. R.: Absolventenstudie 2017. Motivation und Karrierewege von Meisterinnen und Meistern im Handwerk. Aus der Reihe: Arbeitshefte zur berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Heft 39. Köln 2017.Als Download unter www.fbh.uni-koeln.de bzw. www.fbh.uni-koeln.de/sites/default/files/pdf/Absolventenstudie2017.pdf

 

Lehm der Baustoff der Zukunft: Neues aus dem Projekt Omaheti

Gemeinsam mit der Professur für Wirtschaftspolitik und Mittelstandsforschung, dem Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie und dem Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität zu Göttingen, dem Zentralverband des Handwerk und der Flash Filmproduktion GmbH arbeitet das FBH seit 2015 an verschiedenen Fragestellungen um die Bedeutung von Erfahrungswissen im Spannungsfeld zwischen Innovation und Tradition.  

Jetzt hat die Universität Göttingen ein Ergebnis des Gemeinschaftsprojekts auf ihrem YouTube-Kanal online gestellt - ein sehenswerter Film. 

Sprachsensible Prüfungsgestaltung auch im neuen Jahr ein Dauerthema

Auch im neuen Jahr bleibt das Thema sprachsensible Prüfungsgestaltung stark nachgefragt. Bereits im Januar fand ein Vortrag bei der Bundestagung des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks statt. Im März fand sowohl in Lüneburg als auch in Braunschweig jeweils ein Seminar mit etwa 30 interessierten Prüfern statt, die sehr lebhaft über die Möglichkeiten und Grenzen der sprachlichen Verfeinerung von Aufgabenstellungen diskutierten.

Weitere Kammern haben bereits nach Terminen gefragt.

Der Leitfaden zum Thema sprachsensible Prüfungsgestaltung ist unter http://www.fbh.uni-koeln.de/Leitfaeden als Download verfügbar.

2018 beginnt mit neuem Forschungs- und Arbeitsprogramm

Alle zwei Jahre wird für das FBH festgelegt, welchen Fragestellungen sich die Wissenschaftler des Instituts widmen.

Für 2018/19 stehen folgende Fragestellungen auf dem Programm: 

1

Absolventenstudie: Wie verlaufen die Karrierewege von Meisterinnen und Meistern im Handwerk?

2

Kosten der Fortbildung: Welche Kosten für die Vorbereitung und die Teilnahme an Meisterprüfungen müssen Menschen im Handwerk aufbringen?

3

Digitalisierung im Handwerk: Inwieweit bereiten der kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Teil und der berufspädagogische Teil der Meisterprüfung im Hinblick ausreichend auf digitale Veränderungen vor?

4

Ausbildungsqualität im Handwerk: Wie wird Ausbildungsqualität im Handwerk dargestellt und welche zusätzlichen Analysen sind notwendig?

5

Prüferleitfaden: Wie müssen Prüfungsaufgaben im Meister- und Fortbildungsbereich entwickelt werden, damit sie rechtssicher, handlungsorientiert, sprachsensibel und valide sind?

6

Nachwuchsgewinnung: Welche Erwartungen haben Schüler_innen mit mittlerem Schulabschluss und deren Eltern an die weitere berufliche Entwicklung?

7

Regionale Berufsbildung: Wie kann im regionalen Netzwerk wohnortnahe Berufsbildung organisiert werden?

8

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung: Wie kann eine laufende Erfolgsberichterstattung für ÜLO gestaltet werden?

9

Abiturienten im Handwerk: Welche Motive und Ziele haben Abiturient_innen im Handwerk?

 

A

Valikom: Wie kann ein Validierungsverfahren für informell und non-formal erworbene Kompetenzen gestaltet werden?

B

StarQ-Spezialist: Wie können Spezialistenkarrieren über die curriculare Verzahnung non-formaler Bildungsangebote im Hinblick auf Tätigkeitsprofile von Spezialisten gestaltet werden?

C

OMAHETI: Welche Rolle spielt Erfahrungswissen für die soziale Identität von Handwerkern im Orgel- und im Lehmbau?

 D

DiLiAH: Wie können digitale Möglichkeiten der Gestaltung situationsorientierter Lehr-Lern-Arrangements genutzt werden, um Lernen in Arbeitsprozessen zu ermöglichen?

 

FBH bei Marienbader Gesprächen mit Vortrag zu Erwartungen von Jugendlichen bei der Berufwahl

Zum 10. Mal veranstaltete die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz Ende November gemeinsam mit tschechischen, österreichischen und slowakischen Partnern die Marienbader Gespräche. Die Förderung der Zusammenarbeit in der Grenzregion auf unterschiedlichen Ebenen wurde mit engagierten Teilnehmern diskutiert. 
 

Rolf Rehbold vom FBH unterstützte die Veranstaltung mit einem Impuls zu Erwartungen von Jugendlichen und Ihren Eltern bei der Berufswahl. Nachwuchsgewinnung ist ein grenzüberschreitendes Problem, bei dem die Teilnehmenden sehr interessiert über den Stand der Forschung diskutierten. "Es ist gut zu hören, dass wir mit unseren initiierten Maßnahmen auf dem richtigen Weg sind", resümierte Christian Kaiser von der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. 

 

Sprachsensible Gestaltung von Prüfungsaufgaben: Neuer Leitfaden online

Sprachsensible Gestaltung von Prüfungen ist derzeit ein viel diskutiertes Thema von besonderer Bedeutung für Prüferinnen und Prüfer sowie für Handwerkskammern. Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern erarbeitete das FBH in 2016/17 vor diesem Hintergrund einen Leitfaden für Prüfer. Dieser illustriert an praktischen Beispielen, über welche Fragen man bei der Überarbeitung der Prüfungsaufgaben nachdenken sollte. Ziel: Die Aufgaben sollen das fachliche Können prüfen. Dabei soll die Prüfungssprache nicht durch Unverständlichkeit die Prüflinge daran hindern, ihr eigentliches Können zeigen zu können.

Dass dieses Thema eine besondere Relevanz hat, zeigte auch das große Interesse der Zuhörer bei der Tagung des Schullabors an der Don-Bosco-Schule in Würzburg am 15.2.2017, als Rolf Rehbold die Ergebnisse exemplarisch vorstellte.

Der Leitfaden ist online unter der Rubrik 'Tutorials und Leitfäden': http://www.fbh.uni-koeln.de/Leitfaeden

Der Vortrag ist online unter der Rubrik 'Vorträge': http://www.fbh.uni-koeln.de/vortraege

Neue Rubrik auf der FBH-Webseite: Tutorials und Leitfäden

Die Webseite des FBH enthält künftig noch mehr interessante Inhalte für Sachverständige, Prüfungsausschussmitglieder, Dozenten und Betriebe. Neben den Arbeitsheften, die mit einem wissenschaftlichen Zugang Praxisprobleme bearbeiten, den Vorträgen und den Tätigkeitsberichten werden unter der Rubrik "Tutorials und Leitfäden" für die Praxis Ergebnisse aufbereitet. Die Kategorie findet sich im Menü unter "Publikationen" >> "Tutorials und Leitfäden" (Link: http://www.fbh.uni-koeln.de/?q=node/520).

Ein Leitfaden zum Theme "Mitarbeiter finden - Mitarbeiter finden" und ein Vortrag zur neuen Struktur der Meisterprüfungsverordnung ist bereits online verfügbar.