Talentmanagement – Fachkräfte über Netzwerke für Personalentwicklung im Handwerk finden, qualifizieren und fördern

Ausgehend von den aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel im Elektrohandwerk wurde im Rahmen des  Projekts nach Wegen gesucht, wie die Betriebe systematisch und strukturiert diesem absehbaren Bedarf entsprechen können.

Um jedoch dem fehlenden Bedarf an Fachkräften entgegenwirken zu können, muss den Betrieben zunächst bekannt sein, welchen Bedarf sie sowohl quantitativ als auch qualitativ haben werden. Im Rahmen dieses Projekts wurden zwei Betrachtungsweisen miteinander verbunden: Zum einen die einzelbetriebliche Ebene, welche den Qualifikationsbedarf eines einzelnen Betriebs in den Blick nimmt. Zum anderen wurde jedoch auch die überbetriebliche Perspektive berücksichtigt, in dem die Betriebe ihren Bedarf im Anschluss an eine einzelbetriebliche Auswertung zusammenführen und gemeinsam Maßnahmen hieraus entwickeln.

Im Rahmen des Projekts wurde daher eine Qualifikationsmatrix mit dem Ziel entwickelt, die Durchführung der Qualifikationsbedarfsanalyse zu erleichtern, sie gleichzeitig aber auch zu standardisieren. Einerseits bietet die Matrix durch eine weitgehend offene Gestaltung Spielräume, die individuellen Eigenheiten der Betriebe aufzugreifen und sie um entsprechende betriebsspezifische Charakteristika zu erweitern. Andererseits dient sie im Rahmen einer Befragung der Betriebe zur Strukturierung eines Leitfadens.

Die Qualifikationsmatrix nimmt zwei zeitliche Betrachtungsperspektiven in den Blick und betrachtet neben der Entwicklung hin zum derzeitigen Status quo auch die Entwicklungsperspektive des Unternehmens in den kommenden fünf Jahren.

Außerdem wird der Qualifikationsbedarf der Unternehmen auf drei verschiedenen Betrachtungsebenen erhoben. Zunächst ist dies die individuelle Ebene, die die Mitarbeiter und den Unternehmer selbst in den Blick nimmt. Darüber hinaus werden auf betrieblicher Ebene die Mitarbeiter als Gesamtheit, die Kunden, neue Technologien und der gesellschaftliche Wandel in den Blick genommen. Auf überbetrieblicher Ebene werden schließlich andere, möglicherweise konkurrierende Unternehmen sowie mögliche Kooperationen mit Bildungsinstitutionen betrachtet. 

Auf Grundlage dieser Bedarfsermittlung wird in einem zweiten Schritt ein Konzept für einen Workshop erarbeitet, im Rahmen dessen Handwerksbetriebe gemeinschaftlich ihren Qualifikationsbedarf sowohl ermitteln als auch erste Maßnahmen hieraus ableiten können. Zentraler Bestandteil des Workshops ist dabei die gemeinsame Diskussion von Qualifikationsbedarf der teilnehmenden Betriebe. Damit bietet das Workshop-Konzept einen exemplarischen Ausschnitt aus der Gesamt-Qualifikationsbedarfsanalyse und verdeutlicht den teilnehmenden Betrieben auf diese Weise einen ersten Ansatzpunkt zur Zusammenführung des gemeinsam erhobenen Qualifikationsbedarfs.

Somit stellt das Konzept eine anwendungsorientierte Hilfe zur Erfassung und Strukturierung des Qualifikationsbedarfs von Handwerksunternehmen dar und zeigt gleichzeitig Wege auf, wie trotz begrenzter zeitlicher und monetärer Ressourcen gemeinsam Maßnahmen zur Sicherung von Fachkräften getroffen werden können.

Ansprechpartner: 
Susanne Rotthege
Detlef Buschfeld
Status: 
Abgeschlossen