Stärkung der lebensbegleitenden Qualifizierung besonderer Zielgruppen über Spezialistenkarrieren im Metallhandwerk (StarQ-Spezialist)

Das Projekt Stärkung der lebensbegleitenden Qualifizierung besonderer Zielgruppen über Spezialistenkarrieren im Metallhandwerk (StarQ-Spezialist) zielt darauf ab, die lebensbe­gleitende Qualifizierung von Arbeitskräften (auch unterhalb der Meisterebene) strukturell voranzutreiben und dabei sowohl Anreizstrukturen als auch Bedingungen bei Betrieben und besonders zu fördernden Ziel­gruppen in den Blick zu nehmen.

Dazu sollen Bildungswege im Sinne von Spezialistenkarrieren systematisch erarbeitet und veranschaulicht werden. Zu berücksichtigen sind dabei sowohl betriebliche Bedarfe (Anforderungen an die Mitarbeiter, Tätigkeitsprofile), als auch individuelle Bedürfnisse (persönliche Karrieren). Spezialisten­karrieren sollen im Sinne von Durchlässigkeit Aufstiege ermöglichen, wobei hier zunächst ein Angebot für diejenigen geschaffen werden soll, die nicht den klassischen Aufstieg über den Meister wählen wollen oder können.

Das Projekt, das gemeinsam mit dem Bundesverband Metall bis ins Jahr 2018 durchgeführt wird, wird vom BMBF gefördert. 

Im Rahmen des Projekts sind folgende zentrale Fragestellungen zu beantworten:

Frage 1: Welche Tätigkeitsprofile sind im Rahmen einer Spezialistenkarriere relevant (Marktanalyse I)?
Hierbei geht es darum, methodisch fun­diert zu erfassen, welche Tätigkeiten die zu Qualifizierenden zum gegenwärtigen Zeit­punkt und zukünftig ausüben sollen. Diese Analyse dient dazu, dass die in einer Fortbildungsprüfung gebündelten Qualifika­tionen marktgerecht sind und auch den betrieblichen Erfordernissen genügen.

Frage 2: Welche Angebote bestehen im non-formalen und formalen Bereich? Welche Niveaustufe lässt sich den Ange­boten zuordnen? (Marktanalyse II)
Dem Bedarf steht auf der anderen Seite ein Angebot gegenüber, das bislang noch nicht systematisch erfasst wurde. Die Analyse schafft zunächst Transparenz und darüber hinaus stellt sie die Grundlage für die Deckungsanalyse (siehe Frage 4) dar. Darüber hinaus müssen diese Angebote im Hinblick auf die Frage eingeschätzt werden, auf welchem Niveau sich diese einzeln bzw. in Kombination miteinander einordnen lassen. Hier werden Betriebe nach ihren besuchten Weiterbildungs­maßnahmen, insbesondere auch bei Her­stellern und mit Blick auf innerbetriebliche Weiterbildung befragt.

Frage 3: Wie lassen sich formale und non-formale Weiterbildungsangebote den Tätigkeitsprofilen zuordnen?
Bedeutsame Kriterien für die Auswahl und Zuordnung von non-formalen Weiter­bildungsangeboten zu formalen Abschlüssen zu erarbeiten und zu be­gründen ist ein entscheidender Schritt für die spätere Bündelung von non-formalen Weiterbildungsangeboten und ggf. formalen Weiterbildungsangeboten. Hierbei kommen wissenschaftliche Erkennt­nisse über Niveauzuordnungen bei der konzeptionellen Arbeit zum Tragen. Insbesondere folgen daraus auch Anfor­derungen an die Dokumentation bzw. die Transparenz der Angebote, damit sie zuge­ordnet werden können. Im Hinblick auf den Anspruch der Qualitätssicherung ist dies eine zentrale Fragestellung.

Frage 4: Welche Qualifikations­erfordernisse in den Tätigkeitsprofilen sind durch Aus- und Weiterbildungen abgedeckt und welche nicht (Deckungsanalyse)?
Diese Fragestellung umfasst die Analyse der Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage. Daraus lassen sich ggf. notwendige zusätzliche Weiterbildungs­bedarfe ableiten, um ein insgesamt pass­genaues Angebot zu konzipieren. Vor­liegende Dokumentationen über non-formale Weiterbildungen (Frage 2) werden mit ihren Kompetenzen mit den eruierten Tätigkeitsprofilen (Frage 1) in einer Dokumentenanalyse abgeglichen und bewertet. Dieser Abgleich führt zu Erkenntnissen über mögliche zusätzliche Bedarfe zur Qualifizierung und ist die Grund­lage für die Erarbeitung des Proto­typen (Frage 5).

Frage 5: Wie können ausgewählte Weiter­bildungen für individuelle Karriere­wege in einem Prototyp ge­bündelt werden?
Die Vielzahl der non-formalen Weiter­bildungen ist in systematischer Weise mit ihren Teilqualifikationen mit ihren unter­schiedlichen Kombinationsmöglichkeiten darzustellen. Darüber hinaus ist hier aber vor allem die Frage zu klären, welche Kombi­nationen von Teilqualifikationen (Profile) letztlich zu einem Fortbildungs­abschluss führen können. Im Ergebnis können Eckwerte für eine Fortbildungs­prüfungsordnung stehen. In dem Prototyp wird dabei insbesondere das DQR-Niveau 5 fokussiert. Hierin besteht Entwicklungs­arbeit, die in Workshops gemeinsam mit Fachexperten und Verantwortlichen an Kammern unter Einbeziehung des ZDH/DHKT durchgeführt wird.

Frage 6: Wie kann die Prüfung exemplarisch erfolgen?
Eine Herausforderung bei der Bündelung besteht darin, dass die Vielzahl an unter­schiedlichen Weiterbildungen in einer for­malisierten Prüfung abgebildet werden soll. Hier muss überprüft werden, wie – im Sinne von herstellerunabhängigem Wissen und Können – Anforderungen an die formalisierte Prüfung zu definieren sind und wie Prüfungsaufgaben exemplarisch ausgestaltet werden können. Die von den Projektpartnern entwickelten Vorschläge werden mit Prüfungsexperten im Hinblick auf die Durchführbarkeit und Rechts­sicherheit diskutiert.

Frage 7: Wie gestaltet sich der Meta­rahmen für die Bündelung und Zertifi­zierung non-formaler Qualifikationen auf verschiedenen Niveaustufen? Anhand welcher Verfahren erfolgt die Zu­ordnung neuer Weiterbildungsangebote und die Anpassung tätigkeitsbezogener Anforderungen?
Mit Blick auf ein nachhaltiges Konzept ist ein Verfahren festzulegen, nach dem Angebote im Metarahmen verändert und Anpassungen in den Anforderungen vorgenommen werden können. Hierbei wird auch zu klären sein, wie das Niveau jeweils festzustellen ist. Auf der Basis wissen­schaftlicher Erkenntnisse über die Zuordnung von Niveaus werden im Projekt Kriterien abgeleitet und diskutiert. Ebenso werden Möglichkeiten für Mechanismen der frühzeitigen Berücksichtigung von Ver­änderungen in Tätigkeitsprofilen unter Ein­beziehung bestehender Fachgremien im Metallhandwerk erarbeitet.

Frage 8: Inwieweit ist dieses Modell auf andere Gewerbe übertragbar?
Im Rahmen von Transferworkhsops ist zu eruieren, inwieweit das für das Metallhandwerk entwickelte Modell übertragbar auf andere Gewerbe ist.

Entsprechend der Fragestellungen ergeben sich folgende Arbeitspakete:

 

 

   

Ansprechpartner: 
Tessa Hüttscher
Rolf R. Rehbold
Status: 
In Bearbeitung